| Part 1 |
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Part 1 |
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| Sieglinde |
Der Männer Sippe saß hier im Saal,
von Hunding zur Hochzeit geladen:
er freite ein Weib, das ungefragt
Schächer ihm schenkten zur Frau.
Traurig saß ich, während sie tranken;
ein Fremder trat da herein:
ein Greis in blauem Gewand;
tief hing ihm der Hut,
der deckt' ihm der Augen eines;
doch des andren Strahl, Angst schuf es allen,
traf die Männer sein mächtiges Dräu'n:
mir allein weckte das Auge
süß sehnenden Harm,
Tränen und Trost zugleich.
Auf mich blickt' er und blitzte auf jene,
als ein Schwert in Händen er schwang;
das stieß er nun in der Esche Stamm,
bis zum Heft haftet' es drin:
dem sollte der Stahl geziemen,
der aus dem Stamm es zög'.
Der Männer alle, so kühn sie sich mühten,
die Wehr sich keiner gewann;
Gäste kamen und Gäste gingen,
die stärksten zogen am Stahl -
keinen Zoll entwich er dem Stamm:
dort haftet schweigend das Schwert. -
Da wußt' ich, wer der war,
der mich Gramvolle gegrüßt;
ich weiß auch, wem allein
im Stamm das Schwert er bestimmt.
O fänd' ich ihn hier und heut', den Freund;
käm' er aus Fremden zur ärmsten Frau.
Was je ich gelitten in grimmigem Leid,
was je mich geschmerzt
in Schande und Schmach,
süßeste Rache sühnte dann alles!
Erjagt hätt' ich, was je ich verlor,
was je ich beweint, wär' mir gewonnen,
fänd' ich den heiligen Freund,
umfing' den Helden mein Arm! |
Sieglinde |
My husband's kinsmen sat in this room,
they'd come here to witness his wedding:
He married a wife, against her will;
Murderers gave Hunding this wife.
Sad, I sat here, while they were drinking,
a stranger entered the house:
an old man dressed all in grey;
his hat hung so low
that one of his eyes was hidden;
but the other's glare filled them with terror:
none could counter that threatening gaze.
I alone felt in those glances
sweet, yearning regret -
sorrow and solice in one.
Smiling at me, he glared at the others;
in his hand he carried a sword;
then drove it deep in the Ash tree's trunk;
to the hilt buried it there.
But one man alone could win it,
he who could draw it forth.
All the men rose to the challenge.
but none could master the sword.
Guest came and guests went;
the strongest pulled at the steel -
none could pull the blade from its place.
there the sword stuck silently.
I knew then who it was,
who came to greet me in my grief;
I know too, who alone,
can draw the sword from the tree.
I've found him here and today, the friend
who came from afar to this needy woman.
What ever I suffered in grimm distress,
what ever pained me
in disgrace and dishonour,
sweetest revenge all is redressed!
I had hunted for what I had lost,
what I have cried for I would have won,
if I had found that friend,
and held that hero in my arms! |
| Siegmund |
(mit Glut Sieglinde umfassend)
Dich selige Frau hält nun der Freund,
dem Waffe und Weib bestimmt!
Heiß in der Brust brennt mir der Eid,
der mich dir Edlen vermählt.
Was je ich ersehnt, ersah ich in dir;
in dir fand ich, was je mir gefehlt!
Littest du Schmach,
und schmerzte mich Leid;
war ich geächtet, und warst du entehrt:
freudige Rache lacht nun den Frohen!
Auf lach' ich in heiliger Lust,
halt' ich dich Hehre umfangen,
fühl' ich dein schlagendes Herz!
(Die große Türe springt auf)
|
Siegmund |
(embracing Sieglinde with ardour)
Yes, blessed bride, hold now your friend;
the weapon and wife I claim!
Live in my breast burns the vow
that weds me nobly to you.
For all that I've sought, I see now in you;
In you I found what I had longed for.
Though you were shamed,
while sad was my life,
I outlawed and you disgraced,
joyful revenge laughs now in gladness!
I laugh now in fullest delight,
as I embrace your glory
and feel you beating heart!
(The large door flies open.) |
| Sieglinde |
(fährt erschrocken zusammen
und
reißt sich los.)
Ha, wer ging? Wer kam herein?
(Die Tür bleibt weit geöffnet:
außen herrliche Frühlingsnacht;
der Vollmond leuchtet herein
und wirft sein helles Licht auf das Paar,
das so sich plötzlich in voller
Deutlichkeit wahrnehmen kann) |
Sieglinde |
(starts in alarm, and
tears herself away.)
Ah, who went, who has come in?
(The door remains wide open,
outside, a glorious spring night;
the full moon shines in,
throwing its bright light on the pair,
so that suddenly they canfully
and clearly see each other.) |
| Siegmund |
(in leiser Entzückung)
Keiner ging - doch einer kam:
siehe, der Lenz lacht in den Saal!
(Siegmund zieht Sieglinde mit sanfter
Gewaltzu sich auf das Lager,
so daß sie neben ihm zu sitzen kommt.
Wachsende Helligkeit des Mondscheines)
Winterstürme wichen dem Wonnemond,
in mildem Lichte leuchtet der Lenz;
auf linden Lüften leicht und lieblich,
Wunder webend er sich wiegt;
durch Wald und Auen weht sein Atem,
weit geöffnet lacht sein Aug': -
aus sel'ger Vöglein Sange süß er tönt,
holde Düfte haucht er aus;
seinem warmen Blut entblühen
wonnige Blumen,
Keim und Sproß entspringt seiner Kraft.
Mit zarter Waffen Zier bezwingt er die Welt;
Winter und Sturm wichen
der starken Wehr:
wohl mußte den tapfern Streichen
die strenge Türe auch weichen,
die trotzig und starr
uns trennte von ihm. -
Zu seiner Schwester schwang er sich her;
die Liebe lockte den Lenz:
in unsrem Busen barg sie sich tief;
nun lacht sie selig dem Licht.
Die bräutliche Schwester befreite der Bruder;
zertrümmert liegt, was je sie getrennt:
jauchzend grüßt sich das junge Paar:
vereint sind Liebe und Lenz! |
Siegmund |
(in gentle delight)
No one went - but someone came:
The spring laughs in the room!
(Siegmund draws Sieglinde to him
on the couch with tender vehemence,
so that she sits beside him.
Increasing brilliance of the moon light.)
Winter storms give way to the full-moonshine,
in gentle light, gleams the Spring,
on lime breezes, light and lovely,
working wonders on his way;
through wood and meadow, blows his breath;
wide open laughs his eyes.
as happy birdsong sweet he sounds,
sweet the fragrance of his breath;
his warm blood blooms
the joyful flowers;
Buds and blooms have sprun from his power.
With a magic wand he masters the earth;
Winter and storms give way
to his strong defence;
indeed with his valient strike
the strong door must blow open,
which defiant and staring,
separated us from him.
to clasp his sister here he has flown;
Love located by the Spring;
and buried deep in our breast;
now happily laughs in the light.
The bride and sister is freed by her brother;
destroyed lies that which separates them;
cheerily greating the young couple:
united are Love and Spring! |
Sieglinde
Part 2 |
Du bist der Lenz,
nach dem ich verlangte
in frostigen Winters Frist.
Dich grüßte mein Herz mit heiligem Grau'n,
als dein Blick zuerst mir erblühte.
Fremdes nur sah ich von je,
freudlos war mir das Nahe.
Als hätt' ich nie es gekannt,
war, was immer mir kam.
Doch dich kannt' ich deutlich und klar:
als mein Auge dich sah,
warst du mein Eigen;
was im Busen ich barg, was ich bin,
hell wie der Tag taucht' es mir auf,
o wie tönender Schall schlug's an mein Ohr,
als in frostig öder Fremde
zuerst ich den Freund ersah.
(Sie hängt sich entzückt an seinen
Hals und blickt ihm nahe ins Gesicht) |
Sieglinde
Part 2 |
You are the Spring,
for which I have longed for
in frosty winter's term.
My heart greets you as hallowed dawn
when your gaze first blossomed in me.
Everything I saw was strange,
friendless all those around me;
as if I had never known
all who came near.
But you I knew lucid and clear:
when my eyes beheld you
I knew you were mine.
What I am, I hid in my heart,
bright as the day, it appeared to me;
as a harmonious sound rang in my ear,
when in a frosty bleak prison
I first beheld my friend.
(She throws her arms around his neck,
enraptured, and gazes closely into his face) |
| Siegmund |
(mit Hingerissenheit)
O süsseste Wonne!
O seligstes Weib! |
Siegmund |
(carried away)
O sweetest bliss,
most blessed woman! |
| Sieglinde |
(dicht an seinen Augen)
O lass in Nähe
zu dir mich neigen,
dass hell ich schaue
den hehren Schein,
der dir aus Aug'
und Antlitz bricht
und so süss die Sinne mir zwingt. |
Sieglinde |
(close to his eyes)
O let me come
close up to you
and clearly see
the noble light
thet shines in your eyes
and from your face,
and sweetly grips my senses. |
| Siegmund |
Im Lenzesmond
leuchtest du hell;
hehr umwebt dich
das Wellenhaar:
was mich berückt,
errat' ich nun leicht,
denn wonnig weidet mein Blick. |
Siegmund |
In the spring moonlight
you shine brightly,
nobly haloed
with waving hair:
what enchanted me
I can easly guess,
for rapturously my eyes gloat on you. |
| Sieglinde |
(schlägt ihm die Locken von
der Stirn
zurück und betrachtet ihn staunend)
Wie dir die Stirn
so offen steht,
der Adern Geäst
in den Schläfen sich schlingt!
Mir zagt es vor der Wonne,
die mich entzückt!
Ein Wunder will mich gemahnen:
den heut' zuerst ich erschaut,
mein Auge sah dich schon! |
Sieglinde |
(pushes the locks back from his
brow,
and gazes at him in astonishment.)
Look how your forehead
broadens out,
and the network of veins
winds into your temples.
I tremble with the delight
that enchants me.
It brings something strange to my mind:
though I first saw you today,
I've set eyes on you before. |
| Siegmund |
Ein Minnetraum
gemahnt auch mich:
in heissem Sehnen
sah ich dich schon! |
Siegmund |
A dream of love
comes to my mind as well:
burning with longing
I have seen you before. |
| Sieglinde |
Im Bach erblickt' ich
mein eigen Bild -
und jetzt gewahr' ich es wieder:
wie einst dem Teich es enttaucht,
bietest mein Bild mir nun du! |
Sieglinde |
In the stream I've seen
my own likeness;
and now I see it again.
As once it appeared in the water
so now you show me my likeness. |
| Siegmund |
Du bist das Bild,
das ich in mir barg. |
Siegmund |
You are the likeness
that I hid in myself. |
| Sieglinde |
(den Blick schnell abwendend)
O still! Lass mich
der Stimme lauschen:
mich dünkt, ihren Klang
hört' ich als Kind -
(aufgeregt)
Doch nein! Ich hörte sie neulich,
als meiner Stimme Schall
mir widerhallte der Wald. |
Sieglinde |
(quickly turning her eyes away
from him)
Hush! let me
listen to your voice.
Its sound, I fancy,
I heard as a child,
(excitedly)
but no! I heard it recently -
when the echo of my voice
sounded back through the forest. |
| Siegmund |
O lieblichste Laute,
denen ich lausche! |
Siegmund |
Oh loveliest lute,
that I am hearing |
| Sieglinde |
(ihm wieder in die Augen spähend)
Deines Auges Glut erglänzte mir schon:
so blickte der Greis grüßend auf mich,
als der Traurigen Trost er gab.
An dem Blick erkannt' ihn sein Kind -
schon wollt' ich beim Namen ihn nennen!
(Sie hält inne und fährt dann leise fort)
Wehwalt heißt du fürwahr? |
Sieglinde |
(again gazing into his eyes)
Your gleaming glance, I've seen before:
The Grey stranger gazed at me thus
when he came to console my grief.
From this look he recognised his child -
I knew by what name I should call him!
(she pauses and then continues softly)
Wehwalt is indeed your name. |
| Siegmund |
Nicht heiß' ich so, seit du mich liebst:
nun walt' ich der hehrsten Wonnen! |
Siegmund |
No more that name, now that you love me:
my sorrow has turned to gladness. |
| Sieglinde |
Und Friedmund darfst du
froh dich nicht nennen? |
Sieglinde |
May you not joyfully call yourself
Friedmund? |
| Siegmund |
Nenne mich du, wie du liebst,
daß ich heiße:
den Namen nehm' ich von dir! |
Siegmund |
Name me yourself; as you love,
that I am called:
My name, I'll take from you! |
| Sieglinde |
Doch nanntest du Wolfe den Vater? |
Sieglinde |
You told me that Wolfe was your father |
| Siegmund |
Ein Wolf war er feigen Füchsen!
Doch dem so stolz strahlte das Auge,
wie, Herrliche, hehr dir es strahlt,
der war: - Wälse genannt. |
Siegmund |
A Wolf when he hunted foxes!
But when his eyes shone on me proudly,
as your eyes shine on me now,
he was know as Wälse |
| Sieglinde |
(außer sich)
War Wälse dein Vater,
und bist du ein Wälsung,
stieß er für dich sein
Schwert in den Stamm,
so laß mich dich heißen, wie ich dich liebe:
Siegmund - so nenn' ich dich! |
Sieglinde |
(beside herself)
Was Wälse your father,
and are you a Wälsung?
Then it is yours, that
sword in the tree!
So then let me name you, as I love you:
Siegmund - thus I name you! |
| Siegmund |
(springt auf den Stamm zu
und faßt den Schwertgriff)
Siegmund heiß' ich
und Siegmund bin ich!
Bezeug' es dies Schwert,
das zaglos ich halte!
Wälse verhieß mir, in höchster Not
fänd' ich es einst: ich faß' es nun!
Heiligster Minne höchste Not,
sehnender Liebe sehrende Not
brennt mir hell in der Brust,
drängt zu Tat und Tod:
Notung! Notung!
So nenn' ich dich, Schwert -
Notung! Notung! Neidlicher Stahl!
Zeig' deiner Schärfe schneidenden Zahn:
heraus aus der Scheide zu mir!
(Er zieht mit einem gewaltigen Zuck
das Schwert aus dem Stamme
und zeigt es der von Staunen und
Entzücken erfaßten Sieglinde)
Siegmund, den Wälsung, siehst du, Weib!
Als Brautgabe bringt er dies Schwert:
so freit er sich, die seligste Frau;
dem Feindeshaus entführt er dich so.
Fern von hier folge mir nun,
fort in des Lenzes lachendes Haus:
dort schützt dich Notung, das Schwert,
wenn Siegmund dir liebend erlag!
(Er hat sie umfaßt, um sie mit sich fortzuziehen). |
Siegmund |
(hurriedly leaps to the trunk,
and grasps the sword hilt)
Siegmund call me,
and Siegmund I am!
The proof is the sword,
which fearless I shall hold!
Promised by Wälse, in hour of need,
now it is found; I grasp it now!
Holiest love, greatest need,
yearning desire, searing need,
burning bright in my breast,
drives to deeds and death.
Notung! Notung!
so I name the sword -
Notung! Notung! Ungiving steel.
Show me your sharp cutting tooth!
Come out from your sheath to me!
(He draws with a powerful effort,
the sword from the tree,
and shows it to the astonished
and enraptured Sieglinde.)
Siegmund, the Wälsung, you see Wife!
As bride-gift, he brings you this sword;
he claims with it, his rescued bride;
from this house, he leads you away.
Far from here, follow me now,
away from springs laughing house:
there Notung the sword will guard you,
should Siegmund your lover expire!
(He has emrraced her, to draw her away with him.) |
| Sieglinde |
(reißt sich in höchster
Trunkenheit
von ihm los und stellt sich ihm gegenüber)
Bist du Siegmund, den ich hier sehe,
Sieglinde bin ich, die dich ersehnt:
die eigne Schwester gewannst du
zu eins mit dem Schwert! |
Sieglinde |
(tears herself away in highest
intoxication,
and stands before him.)
Are you Siegmund, who I see here?
I am Sieglinde, who has longed for you.
Your own sister you won,
united with the sword! |
| Siegmund |
Braut und Schwester bist du dem
Bruder -
so blühe denn, Wälsungen-Blut!
(Er zieht sie mit wütender Glut an sich;
sie sinkt mit einem Schrei an seine Brust.
Der Vorhang fällt schnell) |
Siegmund |
Bride and sister are you to your
brother -
so blossoms the Wälsungen blood!
(He draws her to him with passionate
fervour; she falls with a cry on his breast.
The curtain falls quickly.) |