Brünnhilde
Jones
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(Sie winkt den Mannen, Siegfrieds
Leiche
auf den Scheiterhaufen zu tragen; zugleich
zieht sie von Siegfrieds Finger den
Ring abund betrachtet ihn sinnend)
Mein Erbe nun nehm' ich zu eigen.
Verfluchter Reif! Furchtbarer Ring!
Dein Gold fass' ich und geb' es nun fort.
Der Wassertiefe weise Schwestern,
des Rheines schwimmende Töchter,
euch dank' ich redlichen Rat.
Was ihr begehrt, ich geb' es euch:
aus meiner Asche nehmt es zu eigen!
Das Feuer, das mich verbrennt,
rein'ge vom Fluche den Ring!
Ihr in der Flut löset ihn auf,
und lauter bewahrt das lichte Gold,
das euch zum Unheil geraubt.
(Sie hat sich den Ring angesteckt und wendet
sich jetzt zu dem Scheiterhaufen, auf welchem
Siegfrieds Leiche ausgestreckt liegt.
Sie entreißt einem Manne den mächtigen
Feuerbrand, schwingt diesen und deutet
nach dem Hintergrunde.) |
Brünnhilde
Jones
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(She gives a sign to the vassels,
to bear
Siegfried's body to the pyre; at the same time
she draws the ring from Siegfried's
finger and gazes at it thoughtfully.)
My heritage, I take for my own.
Accursed band! Terrible ring!
I clasp your gold to give you away.
The water deep wise sisters,
the Rhine swimming daughters,
I thank you for your advice.
What you desire, I'll give it to you:
and from my ashes gather your treasure!
This fire, which will burn me,
clenses the curse from the ring!
There in the flood it will dissolve,
preserve it and guard its shining
that was so wickedly robbed.
(She has placed the ring on her finger,
and now turns to the pile of logs on which
Siegfried's body is laid.
She siezes a great fire-brand
from one of the vassals and
gestures towards the back.) |
Brünnhilde
Gasteen
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Fliegt heim, ihr Raben!
Raunt es eurem Herren,
was hier am Rhein ihr gehört!
An Brünnhildes Felsen fahrt vorbei! -
Der dort noch lodert,
weiset Loge nach Walhall!
Denn der Götter Ende dämmert nun auf.
So - werf' ich den Brand
in Walhalls prangende Burg.
(Sie schleudert den Brand in den Holzstoß,
der sich schnell hell entzündet. Zwei Raben
sind vom Felsen am Ufer aufgeflogen und
verschwinden nach den Hintergrunde zu.
Brünnhilde gewahrt ihr Roß, welches
zwei junge Männer hereinführen.
Sie ist ihm entgegengesprungen,
faßt es und entzäumt es schnell;
dann neigt sie sich traulich zu ihm.)
Grane, mein Roß!
Sei mir gegrüßt!
Weißt du auch, mein Freund,
wohin ich dich führe?
Im Feuer leuchtend, liegt dort dein Herr,
Siegfried, mein seliger Held.
Dem Freunde zu folgen, wieherst du freudig?
Lockt dich zu ihm die lachende Lohe?
Fühl' meine Brust auch, wie sie entbrennt;
helles Feuer das Herz mir erfaßt,
ihn zu umschlingen, umschlossen von ihm,
in mächtigster Minne vermählt ihm zu sein!
Heiajoho! Grane!
Grüß' deinen Herren!
Siegfried! Siegfried! Sieh!
Selig grüßt dich dein Weib!
(Sie hat sich auf das Roß geschwungen
und sprengtmit einem Satze in den
brennenden Scheiterhaufen.
Sogleich steigt prasselnd der Brand hoch
auf, so daß das Feuer den ganzen Raum
vor der Halle erfüllt und diese selbst
schon zu ergreifen scheint. Entsetzt
drängen sich Männer und Frauen
nach dem äußersten Vordergrunde.
Als der ganze Bühnenraum nur noch
von Feuer erfüllt erscheint,
verlischt plötzlich der Glutschein, so daß
bald bloß ein Dampfgewölk zurückbleibt,
welches sich dem Hintergrunde
zu verzieht und dort am Horizont sich
als finstere Wolkenschicht lagert.
Zugleich ist vom Ufer her der Rhein
mächtig angeschwollen und hat
seine Flut über die Brandstätte gewälzt.
Auf den Wogen sind die drei
Rheintöchter herbeigeschwommen
und erscheinen jetzt über der Brandstätte.
Hagen, der seit dem Vorgange mit dem Ringe
Brünnhildes Benehmen mit wachsender
Angst beobachtet hat, gerät beim Anblick
der Rheintöchter in höchsten Schreck.
Er wirft hastig Speer, Schild und Helm
von sich und stürzt wie wahnsinnig sich
in die Flut.) |
Brünnhilde
Gasteen
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Fly home, you ravens!
tell your lord the tidings
which here by the Rhine you have learned!
Past Brünnhilde's mountain take you flight,
where Loge still blazes,
point him towards Walhall!
For the God's destruction soon shall be here.
I throw now the flame at
Walhall's pompous castle.
(She flings the brand on the pyre, which
quickly breaks out into bright flames.
Two ravens fly up from the rocks on the
shore and disappear in the background.
Brünnhilde sees her horse which
has been led in by two young men.
She hastens towards it,
takes hold of it and quickly removes the
bridle then she leans trustingly towards him.)
Grane, my horse!
I greet my friend!
Can you tell, my friend,
to where I must lead you?
In blazing fire there lies your lord,
Siegfried, my hero and love.
To follow your master, oh! are you neighing?
Lured by the fire, the light and its laughter?
I too am yearning to join him there;
bright fire has gripped my heart,
there to embrace him, united with him,
in almighty love to be wedded to him!
Heiajoho! Grane!
Greet your master!
Siegfried! Siegfried! See!
Blessed, your wife greets you!
(She has mounted her horse
and leaps with a single bound
into the blazing pyre.
The flames immediately spring up,
so that they fill the whole space
in front of the hall, and appear to
sieze on the building itself.
The men and women press to the
extreme front in terror,
When the whole space of the
stage seems filled with fire,
the glow suddenly subsides,
and only a cloud of smoke remains;
this drifs to the background
and lies there on the horizon
as a dark bank of cloud.
At the same time the Rhine
overflows its banks in a
mighty flood which pours over the
fire. On the waves the three
Rhinemaidens swim forwards and
now appear above the pyre.
Hagen, who since the incident of the ring
has observed Brünnhilde's behaviour with
increasing anxiety, is siezed with great alarm
at the appearance of the Rhinemaidens.
He hastily throws aside spear, shield,
and helmet, and rushes like a madman
into the flood.) |
| Hagen |
Zurück vom Ring!
|
Hagen |
Give me the Ring!
|
| |
(Woglinde und Wellgunde umschlingen mit
ihren Armen seinen Nacken und ziehen ihn so,
zurückschwimmend, mit sich in die Tiefe.
Flosshilde, den anderen voran dem
Hintergrunde zuschwimmend, hält jubelnd
den gewonnenen Ring in die Höhe.
Durch die Wolkenschicht, welche sich
am Horizont gelagert, bricht ein rötlicher
Glutschein mit wachsender Helligkeit aus.
Von dieser Helligkeit beleuchtet, sieht man die
drei Rheintöchter auf den ruhigeren Wellen
des allmählich wiederin sein Bett
zurückgetretenen Rheines, lustig mit dem
Ringe spielend, im Reigen schwimmen.
Aus den Trümmern der zusammengestürzten
Halle sehen die Männer und Frauen in
höchster Ergriffenheitdem wachsenden
Feuerschein am Himmel zu. Als dieser
endlich in lichtester Helligkeit leuchtet,
erblickt man darin den Saal Walhalls,
in welchem die Götter und Helden,
ganz nach der Schilderung Waltrautes
im ersten Aufzuge, versammelt sitzen.
Helle Flammen scheinen in dem Saal
der Götter aufzuschlagen. Als die Götter
von den Flammen gänzlich verhüllt sind,
fällt der Vorhang.)
E N D E |
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(Woglinde and Wellgunde twine their
arms around his neck and draw him with
them into the depth as they swim away.
Flosshilde, swimming in front of the others
towards the back, joyously holds
up high the regained ring.
Through the cloud-bank, which has
settled on the horizon, a red glow breaks
out with increasing brightness. By its
light, the three Rhinemaidens are
seen, swimmimg in circles, merrily
playing with the ring on the calmer
waters of the Rhine, which has
gradually returned to its bed.
From the ruins of the fallen hall,
the men and women, in great agitation,
watch the glowing fire-light
in the heavens. When this
reaches its greatest brightness,
the hall of Walhall is seen,
in which gods and heroes
sit assembled, just as Waltraute
described them in the first act.
Bright flames sieze on the hall
of the gods. When the gods are
entirely hidden by the flames,
the curtain falls.)
E N D |